Sale and Lease Back – Wie funktioniert das?

Durch Sale and Lease Back können Sie i.d.R. schnell und unkompliziert Geld erhalten. Hier erfahren Sie, wie es genau funktioniert.

Was bedeutet Sale and Lease Back?

Sale and Lease Back ist Englisch und bedeutet Verkaufen und Zurückleasen. Und genau darum geht es. Ein Objekt, wie z.B. eine Maschine oder ein Fahrzeug, welches Ihrem Unternehmen gehört, also aktuell weder finanziert, geleast oder gemietet ist, wird an eine Leasinggesellschaft verkauft.

Sie stellen das Objekt also der Leasinggesellschaft zum vereinbarten Kaufpreis in Rechnung und die Leasinggesellschaft überweist an Sie den Rechnungsbetrag, wodurch das wirtschaftliche und juristische Eigentum an dem Objekt an die Leasinggesellschaft übergeht.

Gleichzeitig schließen Sie mit der Leasinggesellschaft, die Ihr Objekt gekauft hat, einen Leasingvertrag, leasen es also zurück und können das Objekt während der im Leasingvertrag festgelegten Laufzeit – wie jedes neu geleaste Objekt auch – für Ihre Firma weiterhin nutzen und zahlen dafür i.d.R. monatlich eine vertraglich festgelegte Leasingrate.  Zum Ende der Leasinglaufzeit geht das Eigentum an dem Objekt durch Zahlung des im Leasingvertrag festgelegten Restwertes i.d.R. wieder in Ihr Eigentum über.

Auf diese Weise erhalten Sie Liquidität für Ihr Unternehmen zur freien Verwendung.

Technisches Sale and Lease Back und echtes Sale and Lease Back

Sale and Lease Back wird auch gern einfach als SLB abgekürzt, weshalb ich im weiteren Text diese Abkürzung verwenden werde.

Neben dem echten SLB, bei dem Sie ein sich meist schon über einen längeren Zeitraum in Ihrem Unternehmen befindliches Anlagegut an eine Leasinggesellschaft verkaufen, um – wie zuvor erläutert – Liquidität für Ihr Unternehmen zu gewinnen, gibt es auch noch das sogenannte technische SLB.

Beim technischen SLB haben Sie erst vor kurzem, d.h. maximal vor sechs bis acht Wochen, ein Objekt angeschafft und zunächst selbst bezahlt. Die Bezahlung durch Sie erfolgte beispielsweise, weil Sie das Objekt schnell für einen Auftrag benötigten, einen nur kurze Zeit angebotenen Sonderpreis in Anspruch nehmen wollten, ein gebrauchtes Gut anschafften, welches ganz schnell anderweitig hätte verkauft werden können oder bei Ihnen z.B. eine Maschine kaputtgegangen ist, die Sie schnellstmöglich gegen eine neue, intakte austauschen mussten, um weiter produzieren zu können.

Bei all diesen Beispielen fehlte Ihnen die Zeit, sich sofort um eine Leasingfinanzierung zu kümmern, obwohl Sie eigentlich vorhatten, das Objekt zu leasen, sei es nun aus steuerlichen Gründen oder aber, um Ihre Liquidität zu schonen.

Kümmern Sie sich also erst nach Lieferung und Bezahlung eines Objektes innerhalb der zuvor genannten kurzen Frist von maximal sechs bis acht Wochen (je nach Leasinggesellschaft) um den Abschluss eines Leasingvertrages, spricht man vom technischen SLB, welches von den Leasinggesellschaften bei der Bonitätsprüfung, der Objektbewertung und im Genehmigungsverfahren wie ein Anschaffungsleasing behandelt wird. Lediglich die Zahlungsabwicklung entspricht einem SLB, da die Lieferantenrechnung ja bereits beglichen wurde – das muss der Leasingnehmer natürlich nachweisen -, weshalb der Leasingnehmer selbst die Kaufpreiszahlung erhält, der Leasingnehmer somit auch die Rechnung an den Leasinggeber stellt.

Verkauf und Rückmietkauf

Neben dem SLB gibt es dieselbe Konstellation natürlich auch als Mietkauf. In diesem Fall spricht man von Verkauf und Rückmietkauf oder verwendet den Begriff Sale and Mietkauf Back. Da ich dieses „Denglisch“ bzw. Kauderwelsch ganz fürchterlich finde, verwende ich diese Begrifflichkeit selbst nicht, obwohl es sich im Deutschen wohl tatsächlich um den korrekten Fachterminus dafür handelt. Wenn man eine englische Bezeichnung  verwenden möchte, müsste es eigentlich Sale and Hire-Purchase Back heißen.

Die Unterschiede zwischen Leasing und Mietkauf, die auch auf SLB und Verkauf und Rückmietkauf zutreffen, habe ich bereits zuvor in einem anderen Blogbeitrag erläutert.

Alle weiteren Ausführungen treffen sowohl auf SLB als auch auf Verkauf und Rückmietkauf zu, der Einfachheit halber werde ich aber stets nur den Begriff SLB verwenden, da diese Finanzierungsform die häufiger anzutreffende ist.

Schwierigkeiten bei der Genehmigung eines echten SLB

Echtes SLB genehmigt zu bekommen, ist in vielen Fällen sehr schwierig, da Leasinggesellschaften in solchen Fällen Liquiditätsprobleme vermuten.

Daher fällt zum einen die Bonitätsprüfung wesentlich umfangreicher aus. Beim Anschaffungsleasing haben wir einige Leasinggesellschaften im Portfolio, die bei einer guten Creditreformauskunft weder betriebswirtschaftliches Zahlenmaterial einsehen wollen, noch eine Bankauskunft einholen, zumindest bei einer Leasingsumme von bis zu ca. 100.000,– € netto. Bei einem echten SLB wird sich der potentielle Leasinggeber jedoch die Jahresabschlüsse und betriebswirtschaftlichen Zahlen des Antragstellers sehr genau ansehen, vielleicht sogar noch einen Bankenspiegel anfordern, in dem alle Darlehens- und Leasingverpflichtungen aufgelistet sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Anfrage abgelehnt wird, ist stets relativ hoch.

Ausnahmen bilden hier lediglich einige wenige Leasinggesellschaften, die ausschließlich im Fahrzeugbereich eher eine Objektfinanzierung machen – hier teilweise sogar gänzlich ohne Bonitätsprüfung arbeiten – und daher auch gern SLB zur reinen Liquiditätsbeschaffung als Alternative zum Betriebsmitteldarlehen anbieten, zumal in solchen Fällen Kunden finanziert werden, die i.d.R. keinen Bankkredit erhalten.

Eine weitere Ausnahme gibt es noch bei Produktionsmaschinen. Auch bei diesen Objekten gibt es spezielle Leasinggesellschaften, die beim SLB reine Objektfinanzierungen unabhängig von der Bonität des Leasingnehmers machen, jedoch i.d.R. erst ab einer Gesamtsumme in Höhe von 250.000 €* anfangen, tätig zu werden. Die Objektwerte werden in diesen Fällen von Gutachtern festgelegt, wobei bei der Wertermittlung stets von Preisen ausgegangen wird, die im Falle einer Verwertung schnell zu realisieren sind, da immer damit zu rechnen ist, dass die Leasingraten vom Kunden nicht gezahlt werden.

* Ergänzung bzw. Aktualisierung am 04.01.2018: Inzwischen haben wir auch eine Leasinggesellschaft im Portfolio, die bei Einreichung durch eine Leasingagentur bonitätsunabhängiges SLB für Maschinen bereits ab einer Gesamtsumme von 50.000 € anbietet, Grundlage ist auch hier der Verwertungswert.

Unsere Lösungsmöglichkeiten beim SLB

In diesem Fall möchte ich in unserem Blog auch einmal ein wenig Werbung für unser Leasingmaklerunternehmen machen. Denn wir sind inzwischen in erster Linie Spezialisten für die Liquiditätsbeschaffung durch SLB und konnten schon einigen Kunden auf diese Weise helfen.

Dieses liegt zum einen an unseren exzellenten Kontakten, so dass wir genau wissen, bei welchen Leasinggesellschaften wir echte SLB Anfragen platzieren können und genehmigt bekommen. Denn einige wenige Gesellschaften vergeben auf diese Weise sogar gern Betriebsmitteldarlehen und akzeptieren fast alle Objekte, also nicht nur Kraftfahrzeuge und Produktionsmaschinen.

So haben wir in diesem Jahr zwei Kunden sogar Liquidität mit folgenden, eher ungewöhnlichen Objekten besorgt:

Austauschmotoren für Transporter und gebrauchte Taxameter.

In beiden Fällen hat die entsprechende Leasinggesellschaft nicht wirklich Zugriff auf werthaltige Objekte im Falle einer Verwertung, sollte der Leasingnehmer nicht zahlen. Die Austauschmotoren werden im Zweifel bereits in Fahrzeuge eingebaut sein, so dass es sich nicht wirklich um eigenständige Objekte handelt.

Heutige Taxameter sind im weitesten Sinne Computerhard- und Software und unterliegen einem starken Wertverlust. Zudem handelte es sich um eine große Anzahl, welche eine Taxizentrale diversen angeschlossenen Taxiunternehmen zum Einbau in deren Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hat.

Trotzdem ist es für die Leasinggesellschaft, die dem jeweiligen Kunden auf diese Objekte im Prinzip einen Betriebsmittelkredit gewährt hat, kein Problem gewesen, diese Objekte als Vertragsgegenstände zu akzeptieren. Wichtig ist für die Leasinggesellschaft in beiden Fällen nur gewesen, dass es Objekte gab, an denen sie ein Eigentum erwerben konnte, da eine Leasinggesellschaft keinen Blankokredit vergeben darf. Im Falle einer Insolvenz des Leasingnehmers wird die Leasinggesellschaft im Zweifel nicht einmal auf die Objekte zurückgreifen, sondern lediglich ihre Forderung anmelden.

Aber auch bei Leasinggesellschaften, die entweder selbst oder deren Refinanzierungsbanken i.d.R. keine echten SLB Finanzierungen machen, haben wir schon SLB Anfragen genehmigt bekommen.

In diesen Fällen lag es an unseren professionellen Darstellungen der Finanzierungsanliegen unserer Kunden, dass die Leasinggesellschaften Finanzierungsgenehmigungen erteilt haben.

Wenden Sie sich also gern an uns, um zu besprechen, ob wir auch für Sie eine Möglichkeit haben, Ihnen Liquidität für Betriebsmittel zu besorgen. Oder wir Ihnen sogar bei etwaigen Liquiditätsengpässen helfen können. Wir kümmern uns gern um Ihr Anliegen und sind stets bestrebt, eine Lösung für Ihre Probleme zu finden.

Autor: Dirk Albrecht

 

 

 

 

 

 

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